Montag, 4. Juni 2012

Hängerverladen mit Kühen und vieles mehr

Tägliche Blogeinträge wären wohl einfacher - hier läuft so viel in einer Woche. :-)

Buddy und Devanee hatten beschlossen, die meisten Cows und ein paar Jungpferde auf die Weide der zweiten leerstehenden Ranch in McBride zu bringen und die dortstehenden neun Jungpferde für eine Zeit ins Raush Valley zu bringen. Dies ist ein riesiges Gebiet (500 acres), in dem die Pferde wie wild leben - mit Grizzly, Elch, Hirsch und Co.
Damit wir die Kühe und Pferde jedoch transportieren konnten, mussten wir sie zuerst einmal einsammeln. Die Cows haben es sich nämlich zum Hobby gemacht, aus ihrem Gehege auszubrechen und frei auf der ganzen Ranch herumzuspazieren. Also gingen Buddy mit seinem Pferd Sister und ich mit Calico erst einmal die Cows auf der Ranch zusammen suchen und in die Arena treiben.
Calico, der gerade das zweite Mal ausserhalb der Arena geritten wurde, machte seinen Job super: Hügel hoch, Hügel runter, durchs Wasser, rein ins Dickicht - alles den Cows hinterher. Nach kurzer Zeit waren so alle Cows in der Arena.
Buddy holte den Transporter und stellte ihn in die Mitte der Arena. Dann begann seine spannende Hängerverlade-Demo mit Cows. Sein Konzept (gelernt von Martin Black) ist wie beim Hängerverladen mit Pferden: Stehen die Cows vor dem Hängereingang haben sie Pause - gehen sie von dort weg z.B. laufen sie weg Richtung Auto werden sie rundherum gejagt, bis sie wieder beim Hängereingang stehen - Pause. Die Herde kapierte schnell, dass es vor dem Hängereingang am schönsten ist. Als nächstes begann Buddy auf einzelne Kühe Druck aufzubauen, bis diese die Augen/Kopf Richtung Hänger drehen - sobald sie das tun - Release. Weiter so, bis eine nach der anderen in den Hänger steigt. Zwischendruch versuchten die schlauen Cows wieder davon zu kommen, also gab es einen Run um den Transporter, bis sie zurück am Releaseplatz standen.
Nach ca. 2 h waren so alle Cows auf eine Art verladen, die fürs nächste Mal helfen wird. Nur das kleine Kalb traute sich gar nicht und so wurde es kurzerhand geroped und in den Hänger gehoben.
Nach dem die Cows in ihrem Abteil waren, verluden wir die Jungpferde ins zweite Abteil und schon waren wir unterwegs zur Ranch in McBride. Dort wurde die ganze Fuhr dann auf die Weiden gelassen und die neun Jungpferde von dort mit Hilfe einem Ladegang ganz einfach eingeladen. Weiter gings nach Raush Valley.
Kurz Jungfpferde dort in die schöne Freiheit entlassen und es ging nach einem spannenden Tag wieder "nach Hause".
Calico und ich halten die Cows in der Arena
bis Buddy mit dem Transporter kommt
Buddy mit Remmy beim Hängerverladen der Cows



letztes Herdenmitglied - Kalb muss geroped werden


Tagesende: Glückliche Jungpferde frei in Raush Valley


An einem anderen Tag dieser Woche bekamen wir eine keine Schulung zum Thema Hufe machen. Die meisten Pferde hier sind nämlich Barhuf (haben keine Hufeisen) und müssen von uns selbst von Zeit zu Zeit gemacht werden. Wir lernten von Buddy also wie ein guter, gesunder Huf sein sollte und wie wir mit Zange, Messer und Raspel umgehen sollten.
Jetzt wo wir also wissen wie es geht - gibt es einiges zu tun :-)). An einem Tag machte ich zweien Pferden die Hufe - puhh ganz schön anstrengend. Zumindest konnte ich mit dem Ergebinis danach zufrieden sein :-)).
Buddy beim Huftheorie erklären

Weiter war an einem Tag ein sogenannter "Ranch clean up Tag". Dieser beinhaltet verschiedenste Arbeiten: Padocks putzen (für Clinic bereit machen), Gras mähen, Wippelsnip, Zäune flicken, Garten und Traktor fahren.
Zuerst fuhr ich zusammen mit Joanna und einem brandneuen Rasenmäher zur Outdoorarena. Dort wollten wir für den nächsten Kurs verschiedene Patterns/Muster zum Reiten in die Wiese mähen. Gerade als wir den Rythmus und die Technik gefunden hatten und unser "Precision Pen" gut anzusehen anfing, begann der Ölbehälter am NEUEN Mäher zu rinnen. Na super! So ist das mit der Rancharbeit :-). Also wieder zurück zur Ranch und erst einmal etwas anderes tun:
Zaun flicken! Dabei mussten ich und Maggie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, wie man denkt. Tja doch eigentlich wäre es einfach, würde man sofort ein Ersatzbrett in der richtigen Grösse finden und wäre man im Stande, einen langen, dicken Nagel gerade und schön in ein dickes Brett zu schlagen :-)).
Schlussendlich war der Zaun jedenfalls repariert - auch wenn er jetzt wohl nicht ganz so harmonisch aussieht, wie zuvor :-D.
Nach zwei Stunden Traktor fahren (angesähtes Feld walzen) und ein paar Stunden Unkraut rausrupfen, war auch dieser lustige Tag wieder vorbei.

Joannas und mine Transportmittel zur Arena -
der alte Pickup (mussten zuerst die Batterie laden) :-)



Maggies und mein Zaun-Resultat

Maggie bei unserer Gartenabreit

Ausserdem war ein Nachmittag ein bisschen wie Coltstarting - Jungpferdestart: Vier Jungpferde, welche letztes Jahr beim Coltstart bereits gestartet wurden, hatten über den Winter bis jetzt Pause und sollten nun das erste Mal wieder gesattelt werden.
Dafür wurden vier Sättel in die Arena gebracht und dann holten Rum (neuagekommener Student aus Dänemark), Joanna, Maggie und ich je ein Jungpferd. Ich bekam dafür Lad, ein kleiner schwarzer Quarter Horse Wallach. Zuerst spielte ich mit ihm etwas Online: Kann ich ihn mit dem Seil streicheln und überall berühren, kann er die Hinterhand verschieben, kann er die Vorhand verschieben, ist es ok für ihn, wenn das Seil um die Beine gwickelt ist... Schliesslich legte ich mich von beiden Seiten auf ihn und als Letztes sass ich ganz auf ihm. Nun bekam ich die Aufgabe ihn zu satteln. Dev und Buddy waren beide mit einem Saddlehorse gekommen und überwachten das Ganze. Einigen halfen sie beim Satteln in dem sie das Jungpferd vom Saddlehorse aus hielten. Auch bekamen die Jungfperde eine Trense angelegt. (Dev erklärte mir, dass sie dies von Martin Black (http://www.martinblack.net/) gelernt habe. Sie finde es sehr wertvoll, da mache Pferde, wenn sie Angst haben ihr Maul ganz versteifen und wie erstarren. Durch die ungewohne Trense sind die Jungen im Maul sehr beschäftigt und können es viel weniger versteifen.)
Nachdem alle Pferde gesattelt und gut gegurtet waren, liessen wir sie laufen. Nun schickte Devanee sie von ihrem Pferd aus in der Halle herum. Huii konnte Lad bocken. Nach ein paar Runden rennen, stellten wir noch eine Reihe Fässer in den Weg, damit die Jungpferden auch Springen mussten.
Schliesslich kamen die Jungen in einen Rythmus und liefen ruhig mit ihren neuen Rucksäcken umher - Zeit zum Aufsteigen. Buddy nahm Lad ans Sattelhorn und gab ihm mit seinem Saddlehorse etwas Sicherheit. Ich stieg auf und Buddy führte Lad in einem kleinen Kreis herum. Als Lad dabei ganz ruhig war macht er den Kreis etwas grösser und Lad konnte etwas mehr vorwärts gehen. Das wars dann auch schön fürs erste Mal und ich konnte wieder absteigen und absatteln.
Es war spannend eine weitere Möglichkeit von Jungpferdetraining kennen zu lernen.
Die Jungpferde beim Herumrennen mit dem neuen "Rucksack"
















Und gestern Sonntag. Ja genau, zuerst wieder ins "Dorf" zum Lebensmitteleinkaufen und dann Spezialprogramm: Branding auf der Ranch in McBride.
Zehn Kälber mussten gebrandet werden, sollten Ohrmarken bekommen und geimpft werden. Devanee, Buddy und die Kinder JD und Dakita hatten je ein Saddle Horse dabei. Maggie, Joanna, Rum, Juliana und ich gehörten zum "Bodenpersonal" :-)). Sobald die Cowboys/Cowgirls ein Kalb geropt haben, mussten wir es mit vereinter Kraft auf die linke Seite zu liegen bringen. Sobald das Kalb lag, wurde es von einer Person (Juliana) fixiert - sie hielt das Vorderbein, welches näher am Boden war, hatte ein Knie auf dem Hals und eines auf der Schulter des Tieres. Mein Job war dann die Ohrmarke zu setzten, Joanna gab die Spritze und Maggie kam mit dem Brandzeichen. Schliesslich wurde das Kalb wieder frei gelassen und es konnte zurück zur Mama - neu mit Tatoo und Ohrring :-).
Es war ein echt spannender Nachmittag. Bei jeden Kalb haben wir dazu gelernt und wurden immer mehr zu einem eingespielten Team.
Vielen Dank an die Cardinals, dass wir die Möglichkeit haben, bei solchen Sachen dabeizu sein und somit ins echte Ranchleben involviert sind :-)
Eintreiben der Herde fürs Branding












Dakita beim Vorbereiten ihres Saddlehorses für den Job
Ohrmarken und Impfung bereit
Ofen mit Brandzeichen, Bild unten














Buddy's Brandingdemo beim ersten Kalb

Tja und heute Montag haben wir vormittags frei, da wir gestern beim Branding geholfen haben - Zeit zum Blog schreiben und somit eine weitere wunderbare Woche revuepassieren zu lassen.
...un es bitzli sünnele :-)


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